Bibelarbeiten: hier
Bibelarbeit zu Esra 3, 1-7

Erstellt von Rolf Häberle


home





1. Esra 3,Verse l-7:
Errichtung des Brandopferaltars und Beginn des Opferdienstes

Und als der siebente Monat herbei kam und die Israeliten nun in ihren Städten waren, versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann in Jerusalem.

Der siebte Monat. Es wird aus diesem Vers nicht ersichtlich, welches Jahr gemeint ist. Vermutlich wird es aus Vers 8 deutlich: das zweite Jahr, den zweiten Monat seit Rückkehr aus dem Exil. In Kap 2,70 wird angedeutet, daß sich die Rückkehrer in ihren Städten niedergelassen haben. Nun kommen sie eimnütig nach Jerusalem, um Gottes Wort zu hören und zu tun, was Gott ihnen aufträgt (vgl. dazu Neh 8. 1 f).

(2)Und es machten sich auf (a) Jeschua, der Sohn Jozadaks, und seine Brüder, die Priester, und Serubbabel, der Sohn Schealtiäts, und seine Brüder und bauten den Altar des Gottes Israels, um Brandopfer darauf zu opfern, (b) wie es geschrieben steht im Gesetz des Mose, des Mannes Gottes.

Gemäß Vers 6 begann nun die Inbetriebnahme des Brandopfers auf dem Altar am ersten Tag des siebten Monats. Der Altar Gottes ist schon gebaut. Vers 2 ist also ein Rückblick. Darum heißt es auch in Vers 1, daß der 7.Monat herbei kam. D.h. daß der Anlaß der Zusammenkunft Israels in Jerusalem der Beginn der Brandopfer war. Dazu muß der Altar aber schon vollendet gewesen sein.

(3)Und sie richteten den Altar wieder her an seiner fi-üheren Stätte - denn es war Furcht über sie gekommen vor den Völkern des Landes - und opferten dem ]HERRN Brandopfer darauf des Morgens und des Abends.

Der Altar wurde dort gebaut, wo er zu Zeiten Salomons gestanden hat, im Innenhof vor dem Tempelgebäude (K 2,68). Sie waren bestrebt, alle so zu machen, zu planen und zu bauen, wie es zu den Glanzzeiten Israels war und wie es Mose vorgeschrieben hat. Der Grund Rir diese Gründlichkeit: die Hoffhung, daß Gott sich gnädig seinem Volk weiter zu wendet und sie bewahrt vor den großen Mengen heidnischer Völker um sie herum. Vgl. unbedingt dazu 2Kö 17, 25ff

(4)Und sie hielten das (a) Laubhüttenfest, wie geschrieben steht, und brachten Brandopfer dar alle Tage nach der Zahl, wie sich's gebührt und jeder Tag es erforderte, (5)danach auch das tägliche Brandopfer und die Opfer für die Neumonde und alle heiligen Festtage des HERRN und was sonst einer dem HERRN freiwillig darbrachte.

Vgl. dazu 3Mose 23,34ff Freiwillige Opfer konnten an jedem Tag gebracht worden. Es wird aber üblich gewesen sein, es an hohen Feiertagen zu verrichten.

(6)Am ersten Tage des siebenten Monats fingen sie an, dem HERRN Brandopfer zu bringen. Aber der Grund des Tempels des ]HERRN war noch nicht gelegt.

Diese Worte lenken ein zum zweiten Abschnitt ein (V. 7ff.) (7)Und sie gaben Geld den Steinmetzen und Zimmerleuten und Speise und Trank und Öl den Leuten von Sidon und Tyrus, damit sie Zedernholz vom Libanon zur See nach Jafo brächten, wie es ihnen Kyrus, der König von Persien, erlaubt hatte. (a)
Es wurde also an diesem Tag auch Vorbereitungen getroffen zum Wiederaufbau des Tempels. Geld wurde gegeben, Naturalien und Öl (vgl. 1 Chro 22,4 und 2Chr 2,7). Cyrus selbsts hat hier die Vollmacht dazu gegeben mit dem Ziel, daß der Tempel Gottes gebaut würde.

2. Esra 3, 8 - 13 3. (8)Beginn des Tempelbaus Im zweiten Jahr nach ihrer Ankunft beim Hause Gottes in Jerusalem, im zweiten Monat, begannen Serubbabel, der Sohn Schealtiöls, und Jeschua, der Sohn Jozadaks, und die übrigen ihrer Brüder, Priester und Leviten, und alle, die aus der Gefangenschaft nach Jerusalem gekommen waren, die Leviten von zwanzig Jahren an und darüber zu bestellen, damit sie die Arbeit am Hause des HERRN leiteten.

Die Leiter des Volkes, samt dem erwähnten Personenkreis bestimmen nun Leviten mit der Aufgabe, den Bau des Hauses Gottes ganz im Sinne des Willens Gottes zu bauen.

(9)Und (a) Jeschua mit seinen Söhnen und seinen Brüdem Kadnüöl, Binnui und HodmNia traten einmütig an, um die Arbeiter am Hause Gottes anzuleiten, dazu die Söhne Henadads mit ihren Söhnen und ihren Brüdern, die Leviten.

Vermutlich sind die erst genannten Personen Jeschua und Kadmiel die führenden Köpfe der Leviten. Vgl. Kap 2,40.

(10)Und als die Bauleute den Grund legten zum Tempel des HERRN, stellten sich die Priester auf in ihren Amtskleidem mit Trompeten und die Leviten, die Söhne Asaf, mit Zimbeln, um den HERRN zu loben nach der Ordnung Davids, des Königs von Israel.

Der Grund für den Tempel ist gelegt worden. Nun treten Priester und Chöre auf nach alter Tradition und loben Gott mit ihren Instrumenten und Amtskleidern -vgl. dazu 2Chr 20,21f

(1 1)Und sie stimmten den Lobpreis an und dankten dem HERRN: Denn (a) er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewiglich über Israel. Und das ganze Volk jauchzte laut beim Lobe des HERRN, weil der Grund zum Hause des BERRN gelegt war.

Sie sangen vermutlich Psalmen wie Ps 106, 107 oder 118

(12)Und viele von den betagten Priestern, Leviten und Sippenhäuptern, die (a) das frühere Haus noch gesehen hatten, weinten laut als nun dies Haus vor ihren Augen gegründet wurde. Viele aber jauchzten mit Freuden, so daß das Geschrei laut erscholl.

Salonions Tempel wurde 588 v.Chr. zerstört, das Fundament des 2.Tempels 535 oder 534 v.Chr. errichtet. Vermutlich wurden sie erinnert an die Zeit des 1.Tempels, an seine Pracht und an die glorreiche Zeit unter Salorno, Blütezeit Israels. Wie kümmerlich sind jetzt die Umstände für den Bau. Die Jungen kennen diese Zeit nicht. Sie sind fröhlich und ihr gehört die Zukunft. Es ist gut, daß sie zuversichtlich sind.

(1 3)Und man konnte das Jauchzen mit Freuden und das laute Weinen im Volk nicht unterscheiden; derin das Volk jauchzte laut, so daß man den Schall weithin hörte.

Vom hebr. Wortlaut und Sinn ist nicht gemeint, daß der Jubel der jungen Generation die Trauerrufe der Alten übertönte. Vielmehr ließen sich Freuden-und Schmerzensschreie nicht unterscheiden. Es wurde klanglich zu einem Tenor - Freudengesang.