Lukas 1, 18-25 Gott spricht zu uns

Gnadauer Bilbellese 19.12.00


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Wenn Gott sich einem Menschen „offenbart“, ihm begegnet und anspricht, ist er an keinen besonderen Ort gebunden. Hier geschieht es im Tempel, später bei Maria zu Hause. Überall im Leben kann uns Gott begegnen. Die Botschaft des Engels bringt Zacharias Probleme. Menschlich Zeugungsunfähigkeit bei ihm (durch das Alter), Unfruchtbarkeit bei ihr, ebenfalls zu alt, um ein Kind auszutragen. Das sind doch logische Beweise gegen die Engelsbotschaft. Der Fehler des Zacharias: Er betet für etwas und wundert sich dann, dass Gott es gibt. Er zweifelt an Gottes Allmacht. Interessant ist die Beweisführung des Engels: Er stellt sich mit Namen vor, nennt den Absender seiner Botschaft (Gott) und geht auf den Zeichenwunsch des Zacharias ein. Obwohl Gott im Alten Testament immer wieder die Bitte um ein Zeichen erfüllte (Abraham, Gideon, Ahas) wird Zacharias hier durch das Zeichen von Gott bestraft. Er wird stumm. Ein Priester – und stumm! Ob hier eine neue Epoche eingeläutet wird: Glauben ohne Zeichenforderung?!

Wir lernen aus diesem Text:

  1. Zeichenforderung ist grundsätzlich ein Zeichen von Glaubensschwäche. Gottes Wort, seine Verheißung, genügt.

  2. Gott lässt sich durch unseren Kleinglauben nicht hindern, sein gestecktes Ziel mit uns zu erreichen. Nicht Zacharias ändert Gott durch seinen Kleinglauben, sondern Gott ändert Zacharias.

  3. Gotes Wunder ereingen sich, ohne dass wir sie mit unserer Vernunft erfassen können.

  4. Die durch Gottes Strafe auferlegte Stille (Stummheit) ist eine Zeit des „inneren Reifens“, Vorbereitung für das große Ereignis. So vertrauen wir auf Gottes positive Absichten mit uns auch mitten in seiner Strafe.